Website-Monitoring · Nr. 01
Website-Erreichbarkeit prüfen
Kurz gesagt
Ein Erreichbarkeits-Check zeigt, ob Ihre Website für Besucher und Suchmaschinen-Crawler lädt: welchen HTTP-Statuscode der Server liefert und wie schnell er antwortet. Gesund ist die Antwort 200. Serverfehler (5xx), Timeouts und DNS-Fehler bedeuten: Besucher sehen eine leere Seite, Anzeigenklicks verpuffen, und Google crawlt seltener und entfernt Seiten schließlich aus der Suche.
Inhalt
- Was bedeutet Website-Erreichbarkeit?
- Was passiert, wenn Ihre Website ausfällt?
- Wie wirkt sich die Erreichbarkeit auf die Sichtbarkeit in KI-Antworten aus?
- Warum fallen Websites aus?
- Woran Sie ein Erreichbarkeitsproblem erkennen
- So prüfen Sie die Erreichbarkeit Ihrer Website selbst
- Was FullCheckApp prüft
- Häufige Fragen
- Quellen
Was bedeutet Website-Erreichbarkeit?
Erreichbarkeit heißt: Ihr Server beantwortet die Anfrage eines Browsers oder eines Suchmaschinen-Crawlers und liefert die Seite aus. Bei jedem Aufruf einer URL schickt der Server einen dreistelligen HTTP-Statuscode zurück — eine kurze technische Meldung über das Ergebnis. Besucher sehen diesen Code nicht, aber genau daran erkennen Browser und Google, was passiert ist.
Die Statuscodes sind nach der ersten Ziffer gruppiert: 2xx steht für Erfolg, 3xx für eine Weiterleitung, 4xx für ein Problem mit der Anfrage und 5xx für ein Problem auf dem Server (MDN). Daneben gibt es Fehler ganz ohne Statuscode: Der Server antwortet nicht rechtzeitig, die Domain lässt sich im DNS nicht auflösen, oder der Browser vertraut dem SSL-Zertifikat nicht.
| Antwort | Bedeutung | Was der Besucher sieht |
|---|---|---|
200 OK | Die Seite wurde erfolgreich ausgeliefert | Die normale Seite |
301 / 302 | Die Seite ist dauerhaft bzw. vorübergehend umgezogen | Der Browser öffnet automatisch die neue Adresse |
404 Not Found | Unter dieser Adresse gibt es nichts | Die Meldung „Seite nicht gefunden“ |
500 Internal Server Error | Im Website-Code oder auf dem Server ist etwas schiefgelaufen | Eine leere Seite oder eine Fehlermeldung |
503 Service Unavailable | Der Server kann die Anfrage vorübergehend nicht bearbeiten | Eine Wartungsseite oder einen Fehler |
| Timeout | Der Server hat nicht innerhalb der erlaubten Zeit geantwortet | Eine Seite, die endlos lädt |
| DNS-Fehler | Die Domain konnte keiner Serveradresse zugeordnet werden | „Diese Website ist nicht erreichbar“ |
| SSL-Fehler | Das Zertifikat ist abgelaufen oder passt nicht zur Domain | Die Warnung „Dies ist keine sichere Verbindung“ |
Was passiert, wenn Ihre Website ausfällt?
Die offensichtlichen Kosten sind verlorene Besucher und Anfragen: Wer auf eine Fehlerseite stößt, kommt selten wieder. Schalten Sie Anzeigen auf Ihre Website, zahlen Sie die Klicks auch dann, wenn die Seite nicht lädt. Manche Folgen zeigen sich aber erst später — in der Google-Suche.
Google wertet Serverfehler als Signal, sich zurückzunehmen, und besucht Ihre Website seltener:
„Die Serverfehler 5xx und 429 sorgen dafür, dass die Crawler von Google das Crawling vorübergehend verlangsamen. Bei der Google Suche bleiben bereits indexierte URLs vorerst im Index, werden aber schließlich entfernt.“
Timeouts und DNS-Fehler sind genauso gefährlich, obwohl der Server dabei überhaupt keinen Statuscode liefert. Google ordnet sie wie Serverfehler ein — und reagiert sogar noch schneller:
„Google behandelt Zeitüberschreitungen im Netzwerk, das Zurücksetzen der Verbindung und DNS-Fehler ähnlich wie 5xx-Serverfehler. […] Bereits indexierte URLs, die nicht erreichbar sind, werden innerhalb von wenigen Tagen aus dem Google-Index entfernt.“
Sobald der Server wieder mit 2xx antwortet, erhöht Google die Crawling-Frequenz nach und nach auf das übliche Niveau (Google-Dokumentation). Ein kurzer Ausfall bleibt also folgenlos. Dauert er dagegen mehrere Tage, kann er Sie Rankings kosten, die Sie erst nach Wochen zurückgewinnen.
Auch geplante Ausfallzeiten haben Grenzen. Die richtige Antwort bei Wartungsarbeiten ist 503: Laut MDN bedeutet dieser Code, dass der Server noch nicht bereit ist, die Anfrage zu bearbeiten, und er ist für vorübergehende Zustände gedacht (MDN). Google empfiehlt, eine Website auf diese Weise nur kurz vom Netz zu nehmen — höchstens für einige Tage (Google-Dokumentation).
Sichtbarkeit in KI-Antworten
Wie wirkt sich die Erreichbarkeit auf die Sichtbarkeit in KI-Antworten aus?
Eine Seite, die nicht erreichbar ist, kann auch nicht in den KI-Antworten von Google auftauchen. Denn für Übersichten mit KI (AI Overviews) und den KI-Modus gilt dieselbe Regel wie für die normale Suche:
„Damit eine Seite als unterstützender Link in Übersichten mit KI oder im KI-Modus angezeigt werden kann, muss sie indexiert und für die Anzeige in der Google Suche mit einem Snippet geeignet sein. Sie muss also die technischen Anforderungen für die Google Suche erfüllen.“
Die Kette ist direkt: Anhaltende 5xx-Fehler, Timeouts oder DNS-Ausfälle führen dazu, dass Google Ihre Website seltener crawlt und nicht erreichbare Seiten anschließend aus dem Index nimmt. Eine Seite, die nicht im Index ist, kann in Google keine Quelle für eine KI-Antwort sein.
Ein Aussetzer von ein paar Minuten bleibt meist ohne Folgen. Gefährlich sind Ausfälle, die sich unbemerkt über Tage hinziehen — etwa wenn die Website jede Nacht während des Backups ausfällt oder nur aus bestimmten Netzen nicht erreichbar ist.
Warum fallen Websites aus?
Die Ursachen sind meist banal und haben selten etwas mit einem Angriff zu tun:
- Überlasteter Server. Ein Besucheransturm nach einem Newsletter oder einer Werbeaktion, Bot-Traffic oder aufwendige Hintergrundprozesse verbrauchen Arbeitsspeicher und CPU — der Server liefert 503 oder antwortet gar nicht mehr.
- Update von CMS, Theme oder Plugin. Ein inkompatibles Plugin oder eine unpassende PHP-Version ist der häufigste Grund für einen 500-Fehler direkt nach einem Update.
- Probleme beim Hoster. Der gebuchte Tarif ist ausgelaufen, der Speicherplatz ist voll, oder der Anbieter führt Wartungsarbeiten durch oder zieht den Server um.
- DNS. Nach einem Wechsel des Hosters oder DNS-Anbieters zeigen die Einträge noch auf die alte Adresse, oder die Domain ist nicht mehr delegiert. Laut Google werden DNS-Fehler meist durch eine fehlerhafte Konfiguration verursacht (Google-Dokumentation).
- Abgelaufenes SSL-Zertifikat. Kostenlose Zertifikate von Let’s Encrypt gelten standardmäßig 90 Tage (Let’s-Encrypt-FAQ). Funktioniert die automatische Verlängerung nicht mehr, zeigen Browser schon nach wenigen Wochen Warnungen an.
- Abgelaufene Domain. Der Registrar schaltet das DNS der Domain ab, und mit der Website verschwindet auch Ihre E-Mail. Mehr dazu im Artikel „Ablauf der Domain überwachen“.
Ein Sonderfall: Die Website funktioniert bei Ihnen, aber nicht bei Ihren Besuchern. Ihr Browser zeigt vielleicht eine zwischengespeicherte Kopie, Ihr Netz nutzt noch einen alten DNS-Eintrag, oder Ihre IP-Adresse steht in der Firewall auf der Allowlist — während Firewall oder CDN Besucher aus anderen Ländern oder aus Mobilfunknetzen blockieren. Deshalb sollten Sie die Erreichbarkeit von außen prüfen und nicht nur vom eigenen Rechner aus.
Woran Sie ein Erreichbarkeitsproblem erkennen
Meist bemerken Kunden einen Ausfall als Erste. Bei diesen Anzeichen sollten Sie sofort handeln:
| Was Sie sehen | Wahrscheinliche Ursache | Was zu tun ist |
|---|---|---|
| Eine leere weiße Seite oder „500 Internal Server Error“ | Ein Fehler im Code nach einem Update von CMS oder Plugin | Das letzte Update zurücknehmen und das Fehlerprotokoll des Servers prüfen |
| „503 Service Unavailable“ zu Stoßzeiten | Der Server hält der Last nicht stand | Hosting-Ressourcen, Caching und Bot-Aktivität prüfen |
| Die Seite lädt endlos | Ein Timeout: Der Server hängt oder ist überlastet | Den Hoster kontaktieren und Hintergrundprozesse prüfen |
| „Diese Website ist nicht erreichbar“ | Ein DNS-Fehler oder eine abgelaufene Domain | DNS-Einträge und das Ablaufdatum der Domain prüfen |
| „Dies ist keine sichere Verbindung“ | Ein abgelaufenes oder ungültiges SSL-Zertifikat | Das Zertifikat erneuern und die automatische Verlängerung einrichten |
| Bei Ihnen funktioniert alles, aber Kunden beschweren sich | Browser-Cache oder eine Firewall bzw. ein CDN, das bestimmte Netze blockiert | Die Website von außen und über mobile Daten prüfen, Sicherheitsregeln kontrollieren |
So prüfen Sie die Erreichbarkeit Ihrer Website selbst
Für eine einmalige Prüfung genügen ein Browser und ein paar kostenlose Tools:
- Öffnen Sie die Website in einem Inkognito-Fenster und über mobile Daten statt über das Büro-WLAN. So umgehen Sie den Browser-Cache und sehen die Website wie ein neuer Besucher.
- Prüfen Sie den Statuscode: Entwicklertools öffnen (
F12) → Tab „Netzwerk“ → Seite neu laden. In der ersten Zeile sollte in der Spalte „Status“ der Wert200stehen. - Klicken Sie auf das Symbol links in der Adressleiste und prüfen Sie, bis wann Ihr SSL-Zertifikat gültig ist.
- Öffnen Sie in der Google Search Console unter „Einstellungen“ den Bericht „Crawling-Statistik“. Er zeigt, welche Antworten der Googlebot erhalten hat und ob es Probleme mit der Hostverfügbarkeit gab.
- Mit dem URL-Prüftool der Search Console sehen Sie, ob Google die Seite gerade abrufen kann.
- Oder nutzen Sie den FullCheckApp-Check „Website-Erreichbarkeit prüfen“ und erhalten Sie die Ergebnisse übersichtlich grafisch aufbereitet.
Eine manuelle Prüfung zeigt nur den Zustand in diesem einen Moment. Einen Ausfall in der Nacht oder am Wochenende bemerken Sie so nicht — dafür braucht es eine regelmäßige automatische Prüfung.
Wenn Sie sich für die letzte Option entschieden haben, haben Sie bereits die richtige Entscheidung getroffen: Der Check läuft automatisch, und Sie erfahren als Erste von Warnungen und kritischen Ereignissen.
Was FullCheckApp prüft
Einmal täglich, zu einer Uhrzeit Ihrer Wahl und in Ihrer Zeitzone, ruft FullCheckApp Ihre Startseite von außen auf — genau wie ein Besucher. Auf Ihrer Website müssen Sie dafür nichts installieren.
- HTTP-Statuscode — genau das, was der Server zurückgegeben hat.
- Antwortzeit — wie viele Millisekunden der Server für die Antwort gebraucht hat.
- Serverfehler oder Timeout — wird als kritisch markiert.
Markierungen im Bericht: Grün bedeutet OK, Gelb eine Warnung, Rot kritisch. Wie streng jeder Check bewertet wird, legen Sie für jede Website separat fest. Nach jeder Prüfung erhalten Sie einen Bericht per E-Mail, kritische Ereignisse zusätzlich per Telegram.
Der Server hat „503 Service Unavailable“ zurückgegeben: Die Website bearbeitet vorübergehend keine Anfragen.
Steht Ihre Website hinter einem Sicherheitsdienst wie Cloudflare, beachten Sie: FullCheckApp gibt sich nicht als Googlebot aus. Damit die Firewall die Prüfung nicht blockiert, setzen Sie die IP-Adresse des Dienstes auf die Allowlist. Warenkorb, Katalog und andere wichtige Seiten deckt der separate Check „Erreichbarkeit von Unterseiten prüfen“ ab, die Ladezeit der Check „Website-Geschwindigkeit prüfen“.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Fehler 500 und 503?
Ein 500-Fehler bedeutet, dass auf dem Server etwas Unerwartetes schiefgelaufen ist — meist ein Fehler im Website-Code nach einem Update. Ein 503 bedeutet, dass der Server Anfragen wegen Überlastung oder Wartung vorübergehend nicht bearbeiten kann. Für geplante Ausfallzeiten ist 503 der richtige Code, Google empfiehlt aber, ihn höchstens einige Tage lang auszuliefern.
Warum lädt meine Website bei mir, aber nicht bei meinen Kunden?
Ihr Browser zeigt möglicherweise eine zwischengespeicherte Kopie der Seite, Ihr Netz nutzt noch einen alten DNS-Eintrag, und Ihre IP-Adresse steht vielleicht auf der Allowlist Ihrer Firewall. Gleichzeitig kann eine Firewall oder ein CDN Ihre Kunden blockieren, oder sie landen auf einem anderen Server. Prüfen Sie die Website im Inkognito-Modus, über mobile Daten und mit externen Tools.
Fliegt meine Website aus Google, wenn sie ein paar Stunden offline war?
Ein kurzer Ausfall hat in der Regel keine bleibenden Folgen: Google verlangsamt das Crawling vorübergehend und kehrt nach und nach zur üblichen Frequenz zurück, sobald der Server wieder normal antwortet. Kritisch wird es, wenn Fehler tagelang anhalten. Laut Google-Dokumentation werden indexierte Seiten, die nicht erreichbar bleiben, schließlich aus dem Index entfernt — bei Netzwerkfehlern sogar innerhalb weniger Tage.
Was ist ein Timeout und warum ist das ein Problem?
Ein Timeout entsteht, wenn der Server nicht innerhalb der erlaubten Zeit antwortet — der Browser erhält die Seite nie. Der Besucher sieht eine Seite, die endlos lädt, und geht wieder. Google behandelt Netzwerk-Timeouts wie 5xx-Serverfehler: Das Crawling wird verlangsamt, und bei anhaltenden Problemen können Seiten aus dem Index fallen.
Wirken sich Ausfälle auf die Übersichten mit KI aus?
Ja, indirekt. Um in Übersichten mit KI (AI Overviews) oder im KI-Modus zu erscheinen, muss eine Seite indexiert sein und in der Google-Suche angezeigt werden können. Anhaltende Serverfehler, Timeouts oder DNS-Ausfälle führen dazu, dass Seiten aus dem Index entfernt werden — und eine nicht indexierte Seite kann in Google keine Quelle für eine KI-Antwort sein.
Quellen
- Google Search Central — Auswirkungen von HTTP-Statuscodes auf die Crawler von Googledevelopers.google.com/search/docs/crawling-indexing/http-network-errors?hl=de
- Google Search Central — Netzwerk- und DNS-Fehler für die Crawler von Google behebendevelopers.google.com/crawling/docs/troubleshooting/dns-network-errors?hl=de
- Google Search Central — Pause or disable a websitedevelopers.google.com/search/docs/crawling-indexing/pause-online-business
- Google Search Central — KI-Funktionen und deine Websitedevelopers.google.com/search/docs/appearance/ai-features?hl=de
- MDN Web Docs — HTTP response status codesdeveloper.mozilla.org/en-US/docs/Web/HTTP/Reference/Status
- MDN Web Docs — 503 Service Unavailabledeveloper.mozilla.org/en-US/docs/Web/HTTP/Reference/Status/503
- Let’s Encrypt — FAQletsencrypt.org/docs/faq/
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Geben Sie die Adresse Ihrer Website ein — der erste Check läuft sofort, und Sie sehen den Status jedes Punkts aus diesem Artikel.
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