Website-Monitoring · Nr. 04

Ablauf der Domain überwachen

Chebotar A. · CEO FullCheckApp Aktualisiert 9 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Beim Domain-Monitoring wird regelmäßig geprüft, bis wann die Registrierung Ihrer Domain bezahlt ist. Verlängern Sie nicht rechtzeitig, schaltet der Registrar das DNS der Domain ab: Website, E-Mail-Adressen unter der Domain und Anzeigen funktionieren nicht mehr. Nach der Löschung lässt sich die Domain noch eine begrenzte Zeit wiederherstellen — danach kann sie jeder registrieren.

Inhalt
  1. Was ist das Ablaufdatum einer Domain?
  2. Was passiert, wenn Ihre Domain abläuft?
  3. Warum wird die Verlängerung einer Domain vergessen?
  4. Woran Sie ein Problem mit der Domain erkennen
  5. So prüfen Sie das Ablaufdatum Ihrer Domain selbst
  6. Was FullCheckApp prüft
  7. Häufige Fragen
  8. Quellen

Was ist das Ablaufdatum einer Domain?

Eine Domain ist die Adresse Ihrer Website, zum Beispiel example.com. Sie kaufen sie nicht für immer, sondern registrieren sie für einen bestimmten Zeitraum und verlängern sie regelmäßig. Laut ICANN, der Organisation, die das Domain-Namen-System koordiniert, laufen Registrierungen in der Regel ein bis zehn Jahre (ICANN).

Verwaltet wird die Registrierung von einem Registrar — dem Unternehmen, bei dem Sie die Domain gekauft haben. Das Ablaufdatum gehört zu den öffentlichen Registrierungsdaten der Domain, jeder kann es also nachschlagen.

PhaseWas passiertLässt sich die Domain zurückholen?
Vor dem AblaufdatumDer Registrar schickt dem Inhaber Erinnerungen zur VerlängerungJa, durch eine normale Verlängerung
Nach dem AblaufdatumDer Registrar kann das DNS abschalten: Website und E-Mail funktionieren nicht mehrJa, durch Verlängerung beim Registrar, eventuell zu einem anderen Preis
Nach der Löschung durch den RegistrarFür generische Domains (.com, .net, .org und andere) gilt eine 30-tägige Wiederherstellungsfrist (Redemption Grace Period)Ja, über den Registrar, meist gegen eine zusätzliche Gebühr
Nach Ablauf dieser FristDie Registry löscht die DomainNein — jeder kann sie registrieren

Diese Phasen folgen der ICANN-Richtlinie für generische Top-Level-Domains (gTLDs). Für Länderdomains wie .de, .at oder .ch legt die jeweilige nationale Registry die Regeln fest, für .de zum Beispiel die DENIC. Die genauen Fristen erfahren Sie bei Ihrem Registrar.

Was passiert, wenn Ihre Domain abläuft?

Alles, was an der Adresse hängt, steht still: Website, E-Mail unter der Domain, Anfrageformulare und Anzeigen. Nach der ICANN-Richtlinie muss der Registrar das DNS unterbrechen, sobald die Registrierung abgelaufen ist, und ICANN beschreibt die Folgen klar:

„Durch die Unterbrechung funktionieren alle mit dem Domainnamen verbundenen Dienste, etwa eine Website oder ein E-Mail-Dienst, nicht mehr.“
— ICANN, 5 Things every Domain Name Registrant should know about the Expired Registration Recovery Policy (ERRP) (übersetzt aus dem Englischen)

Am unangenehmsten ist die E-Mail: Nachrichten von Kunden kommen nicht an, und auch das Zurücksetzen von Passwörtern funktioniert nicht mehr — bei jedem Dienst, der auf eine Adresse dieser Domain registriert ist. Ihre Anzeigen laufen weiter, führen aber auf eine tote Seite, und Google Ads lehnt Anzeigen ab, wenn die Zielseite nicht funktioniert (Google Ads-Hilfe).

Im schlimmsten Fall verlieren Sie die Domain ganz. Stellen Sie sie nicht rechtzeitig wieder her, gibt es keinen Weg zurück:

„Am Ende dieser 30-tägigen Frist wird der Domainname vom Registry-Betreiber gelöscht, und Sie können ihn nicht mehr zurückbekommen. Der Domainname steht dann jedem Dritten zur Registrierung offen, auch Registraren, Domainhändlern und anderen Registranten.“
— ICANN Blog, Do You Have a Domain Name? Here’s What You Need to Know (übersetzt aus dem Englischen)

Eine Domain mit Geschichte und Traffic lockt Domainhändler an: Sie registrieren sie, um sie Ihnen zurückzuverkaufen oder von Ihrem guten Ruf zu profitieren. Alle Rankings, Backlinks und die Bekanntheit, die Sie über Jahre aufgebaut haben, gehen an den neuen Inhaber der Adresse.

Warum wird die Verlängerung einer Domain vergessen?

Nachlässigkeit ist es fast nie. Viel öfter erreichen die Erinnerungen schlicht nicht die richtige Person:

  • Veraltete Kontaktdaten. Der Registrar schickt Erinnerungen an die E-Mail-Adresse des Inhabers aus den Registrierungsdaten. ICANN rät, die Kontaktdaten aktuell zu halten, damit diese Hinweise ankommen (ICANN). Gehört die Adresse einem ehemaligen Mitarbeiter oder Dienstleister, liest sie niemand.
  • Erinnerungen gehen an die Domain selbst. Liegt die Kontaktadresse auf derselben Domain, kommen E-Mails zur Verlängerung nicht mehr an, sobald das DNS abgeschaltet ist.
  • Die automatische Verlängerung ist gescheitert. Die meisten Registrare bieten eine automatische Verlängerung an, ICANN rät aber, die Zahlungsdaten aktuell zu halten (ICANN). Eine abgelaufene Karte oder ein leeres Guthaben — und die Verlängerung geht nicht durch.
  • Die Domain liegt im Konto eines Dienstleisters. Die Agentur oder der Freelancer, der Ihre Website gebaut hat, arbeitet nicht mehr für Sie, aber die Domain steckt noch in deren Konto.
  • Verwechslung mit dem Hosting. Der Inhaber geht davon aus, dass mit der Hosting-Rechnung auch die Domain bezahlt ist — dabei sind es getrennte Leistungen mit unterschiedlichen Laufzeiten.

Woran Sie ein Problem mit der Domain erkennen

Eine abgelaufene Domain sieht einem gewöhnlichen Ausfall der Website zum Verwechseln ähnlich. Prüfen Sie deshalb zuerst das Ablaufdatum:

Was Sie sehenWahrscheinliche UrsacheWas zu tun ist
Statt Ihrer Website erscheint eine Seite des Registrars mit dem Hinweis, dass die Registrierung abgelaufen istDie Registrierung ist ausgelaufen, das DNS zeigt jetzt auf eine ParkseiteDie Domain sofort beim Registrar verlängern
Der Browser meldet „Diese Website ist nicht erreichbar“Die Domain ist abgelaufen, oder die Nameserver wurden geändertAblaufdatum und Nameserver per RDAP oder WHOIS prüfen
E-Mails an Ihre Domain-Adresse kommen nicht mehr anDas DNS ist abgeschaltet — und mit ihm die Mail-EinträgeDen Status der Domain prüfen und die Registrierung verlängern
Der Registrar schreibt Ihnen wegen der Verlängerung, aber Sie wissen nicht, wo das Konto istDie Domain liegt im Konto eines DienstleistersZugang beschaffen oder die Domain rechtzeitig in Ihr eigenes Konto übertragen
Die automatische Verlängerung ist gescheitertEine abgelaufene Karte oder zu wenig GuthabenZahlungsdaten aktualisieren und manuell verlängern

So prüfen Sie das Ablaufdatum Ihrer Domain selbst

Das Ablaufdatum ist öffentlich, und Sie finden es in einer Minute:

  1. Öffnen Sie das Lookup-Tool der ICANN für Registrierungsdaten (lookup.icann.org) und geben Sie Ihre Domain ein, zum Beispiel example.com.
  2. Suchen Sie das Ablaufdatum und den Namen des Registrars.
  3. Für Länderdomains wie .de, .at oder .ch nutzen Sie die WHOIS-Abfrage Ihres Registrars oder der jeweiligen nationalen Registry. Steht dort kein Ablaufdatum, finden Sie die Laufzeit in Ihrem Kundenkonto beim Registrar.
  4. Melden Sie sich in Ihrem Konto beim Registrar an und prüfen Sie, ob die automatische Verlängerung aktiv ist, die hinterlegte Karte gültig ist und die Kontakt-E-Mail stimmt.
  5. Tragen Sie das Datum in Ihren Kalender ein — mit einer Erinnerung einige Wochen vorher, nicht erst am Vortag.
  6. Oder nutzen Sie den FullCheckApp-Check „Ablauf der Domain überwachen“ und erhalten Sie die Ergebnisse übersichtlich grafisch aufbereitet.

Früher kamen diese Daten über das WHOIS-Protokoll. Für generische Domains wird es durch RDAP abgelöst, das neuere Registration Data Access Protocol. Laut ICANN müssen alle gTLD-Registries und -Registrare RDAP anbieten und sind seit dem 28. Januar 2025 nicht mehr verpflichtet, WHOIS bereitzustellen — mit Ausnahme von .com, .name und .post (ICANN). Zeigt ein WHOIS-Dienst für Ihre Domain also keine Daten, versuchen Sie es mit einer RDAP-Abfrage.

Wenn Sie sich für die letzte Option entschieden haben, haben Sie bereits die richtige Entscheidung getroffen: Der Check läuft automatisch, und Sie erfahren als Erste von Warnungen und kritischen Ereignissen.

Was FullCheckApp prüft

Jeden Tag, zu einer Uhrzeit Ihrer Wahl, prüft FullCheckApp die Registrierungsdaten der Domain jeder überwachten Website:

  • Das Ablaufdatum der Domain.
  • Wie viele Tage noch bleiben — zum Beispiel „141 Tage“.
  • Frühzeitige Warnungen — je näher das Datum rückt, desto deutlicher ändert sich die Markierung im Bericht. So bleibt Ihnen genug Zeit, die Domain zu verlängern, bevor Website und E-Mail ausfallen.

Markierungen im Bericht: Grün bedeutet OK, Gelb eine Warnung, Rot kritisch; wie streng bewertet wird, legen Sie für jede Website separat fest. Nach jeder Prüfung erhalten Sie einen Bericht per E-Mail, kritische Ereignisse zusätzlich per Telegram — die Erinnerung hängt also nicht davon ab, ob die E-Mail des Registrars eine veraltete Adresse erreicht.

Domainexample.com · Beispiel
Ablauf der DomainOK141 Tage

Registrierung bezahlt bis 27.02.2027

Funktioniert die Domain bereits nicht mehr, sehen Sie das sofort in den Checks „Website-Erreichbarkeit prüfen“ und „Erreichbarkeit von Unterseiten prüfen“. Für Werbekampagnen erfasst der Check „Fehler in Google Ads prüfen“ defekte Zielseiten.

Häufige Fragen

Was passiert, wenn ich meine Domain nicht rechtzeitig verlängere?

Nach dem Ablaufdatum kann der Registrar das DNS der Domain abschalten — Website und E-Mail unter der Domain funktionieren dann nicht mehr. Eine Zeit lang können Sie noch verlängern, und nach der Löschung einer generischen Domain durch den Registrar folgt eine 30-tägige Wiederherstellungsfrist. Verpassen Sie auch diese, löscht die Registry die Domain, und jeder kann sie registrieren.

Wie finde ich heraus, wann meine Domain abläuft?

Geben Sie Ihre Domain im Lookup-Tool der ICANN unter lookup.icann.org oder in der WHOIS-Abfrage Ihres Registrars ein und suchen Sie das Feld mit dem Ablaufdatum. Dasselbe Datum sehen Sie in Ihrem Konto beim Registrar. Für Länderdomains wie .de, .at oder .ch nutzen Sie die Abfrage Ihres Registrars oder der nationalen Registry.

Kann ich mich auf die automatische Verlängerung verlassen?

Die automatische Verlängerung senkt das Risiko, beseitigt es aber nicht. Die Verlängerung scheitert, wenn die hinterlegte Karte abgelaufen ist, das Guthaben nicht reicht oder die Domain im Konto eines Dienstleisters liegt, mit dem Sie nicht mehr zusammenarbeiten. ICANN rät, Zahlungs- und Kontaktdaten aktuell zu halten, damit Sie die Erinnerungen Ihres Registrars erhalten.

Was ist die Redemption Grace Period?

Eine 30-tägige Frist, nachdem der Registrar eine abgelaufene Domain gelöscht hat. In dieser Zeit kann der bisherige Inhaber sie noch wiederherstellen. Die ICANN-Richtlinie verpflichtet die Registries generischer Domains, diese Frist anzubieten. Die Wiederherstellung läuft über Ihren Registrar, der dafür eine eigene Gebühr verlangen kann. Ist die Frist vorbei, löscht die Registry die Domain endgültig.

Was ist der Unterschied zwischen RDAP und WHOIS?

Beide Protokolle zeigen die öffentlichen Registrierungsdaten einer Domain: Registrar, Registrierungs- und Ablaufdatum sowie Status. RDAP wurde als Nachfolger von WHOIS entwickelt. Laut ICANN müssen Registries und Registrare generischer Domains seit dem 28. Januar 2025 RDAP anbieten, WHOIS dagegen nicht mehr — außer für .com, .name und .post.

Quellen

  1. ICANN — 5 Things every Domain Name Registrant should know about the Expired Registration Recovery Policy (ERRP)www.icann.org/resources/pages/registrant-about-errp-2018-12-07-en
  2. ICANN — Expired Registration Recovery Policywww.icann.org/resources/pages/errp-2013-02-28-en
  3. ICANN Blog — Do You Have a Domain Name? Here’s What You Need to Knowwww.icann.org/news/blog/do-you-have-a-domain-name-here-s-what-you-need-to-know-part-5
  4. ICANN — Registration Data Access Protocol (RDAP)www.icann.org/en/contracted-parties/registry-operators/resources/registration-data-access-protocol
  5. ICANN — Registration Data Lookup Toollookup.icann.org/
  6. Google Ads Help — Destination not workingsupport.google.com/adspolicy/answer/16428019?hl=en

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