Website-Monitoring · Nr. 02
Erreichbarkeit von Unterseiten prüfen
Kurz gesagt
Ein Check der Unterseiten zeigt, ob Katalog, Produktseiten, Warenkorb, Kasse und die Landingpages Ihrer Anzeigen laden — nicht nur die Startseite. Diese Seiten fallen oft einzeln aus: Die Website wirkt intakt, während Bestellungen und Anfragen ausbleiben, Anzeigen auf eine Fehlerseite führen und Google Seiten aus der Suche entfernt.
Inhalt
- Was bedeutet die Erreichbarkeit von Unterseiten?
- Was passiert, wenn eine Unterseite ausfällt?
- Welche Unterseiten sollten Sie zuerst prüfen?
- Warum laden Unterseiten plötzlich nicht mehr?
- Woran Sie ein Problem mit Unterseiten erkennen
- So prüfen Sie Ihre Unterseiten selbst
- Was FullCheckApp prüft
- Häufige Fragen
- Quellen
Was bedeutet die Erreichbarkeit von Unterseiten?
Eine Unterseite ist erreichbar, wenn der Server eine bestimmte URL Ihrer Website — etwa shop.example.com/cart/ — mit dem Statuscode 200 ausliefert. Jede Seite antwortet für sich: Dass Ihre Startseite lädt, sagt nichts über den Warenkorb oder die Bezahlseite aus.
Die Startseite ist meist die einfachste Seite der Website und am besten gecacht. Unterseiten sind komplexer: Der Katalog baut Produktlisten aus der Datenbank und den Filtern zusammen, der Warenkorb hängt von der Sitzung des Besuchers ab, und die Kasse spricht mit Zahlungs- und E-Mail-Diensten. Je mehr Bausteine beteiligt sind, desto mehr Stellen können ausfallen.
| Antwort der Seite | Bedeutung |
|---|---|
200 | Die Seite wurde normal geladen |
301 / 302 | Die Seite leitet auf eine andere Adresse weiter |
404 | Unter dieser Adresse gibt es keine Seite |
500, 502, 503 | Der Server ist beim Aufbau der Seite gescheitert |
| Soft 404 | Der Server liefert 200, aber die Seite zeigt eine Fehlermeldung oder gar nichts |
Was passiert, wenn eine Unterseite ausfällt?
Zuallererst verlieren Sie Umsatz, den niemand als verloren verbucht. Ist die Kasse defekt, kommen Besucher bis zum Warenkorb und gehen dann — in der Analyse sieht das wie ein gewöhnlicher Rückgang der Conversion-Rate aus, nicht wie ein Ausfall.
Das zweite Risiko betrifft Ihre Anzeigen. Google Ads prüft die Landingpages mit dem Crawler AdsBot, und ein Fehler auf der Seite, auf die eine Anzeige verweist, reicht aus, um diese Anzeige zu stoppen. Die Google-Ads-Richtlinie nennt das ausdrücklich als Beispiel für einen Verstoß:
„Eine Website, die in gängigen Browsern und auf gängigen Geräten laut den Google-AdsBot-Webcrawlern einen der folgenden HTTP-Client- oder -Serverfehlercodes zurückgibt: 403 Forbidden, 404 Not Found, 500 Internal Server Error“
Laut derselben Hilfeseite werden Anzeigen in solchen Fällen abgelehnt. Ihr Budget hört also genau in dem Moment auf zu arbeiten, in dem die Seite ausfällt, auf die es Besucher schicken sollte.
Das dritte Risiko ist die Suche. Google indexiert keine Seiten, die 4xx-Fehler zurückgeben, und anhaltende 5xx-Fehler führen dazu, dass bereits indexierte Seiten entfernt werden (Google-Dokumentation). Tückischer ist der Soft 404: Die Seite sieht aus wie ein Fehler, der Server meldet aber Erfolg:
„Dies bedeutet, dass die nutzerfreundliche Meldung ‚Nicht gefunden‘ angezeigt wird, aber kein 404-HTTP-Antwortcode.“
Eine reine Prüfung des Statuscodes erkennt das nicht: Formal ist alles in Ordnung, während der Besucher statt des Produkts „Keine Produkte gefunden“ sieht.
Einen Soft 404 erkennen Sie, indem Sie auf der Seite nach einem bestimmten Text suchen — nach etwas, das eine funktionierende Seite immer enthält: den Produktnamen, den Preis, den Button „In den Warenkorb“ oder die Überschrift Ihres Anfrageformulars. Liefert der Server 200, fehlt aber der erwartete Text, funktioniert die Seite für den Besucher nicht — egal, was der Statuscode sagt. Sie können auch umgekehrt nach Fehlerformulierungen wie „Keine Produkte gefunden“ oder „Nicht vorrätig“ suchen. Das geht manuell mit der Suchfunktion des Browsers oder mit Monitoring-Tools, die Text auf einer Seite finden können.
Welche Unterseiten sollten Sie zuerst prüfen?
Die Seiten, mit denen Sie Geld verdienen, und die Seiten, auf die Sie bezahlten Traffic schicken. Für einen Onlineshop oder einen Dienstleister sehen die Prioritäten meist so aus:
| Seite | Warum sie wichtig ist |
|---|---|
Kasse (/checkout/) | Der letzte Schritt vor der Zahlung: Ein Ausfall kostet hier am meisten |
Warenkorb (/cart/) | Hängt von Sitzungen und Shop-Modulen ab und geht nach Updates oft kaputt |
| Wichtigste Katalogkategorien | Zentrale Einstiegsseiten aus Suche und Werbung |
| Produktseiten der Bestseller | Bringen den größten Teil des Umsatzes |
| Landingpages von Anzeigen | Ein Fehler dort führt zur Ablehnung Ihrer Anzeigen |
| Kontakt- oder Anfrageformular | Für Dienstleister die wichtigste Conversion-Seite |
Nehmen Sie jeweils eine Seite pro Typ: Geht das Template der Produktseite kaputt, betrifft das in der Regel alle Produkte gleichzeitig.
Warum laden Unterseiten plötzlich nicht mehr?
Meist steckt eine Änderung dahinter, nach der nur die Startseite kontrolliert wurde:
- Update eines Shop-Moduls oder Plugins. Ein neues Zahlungs-, Versand- oder Warenkorbmodul verträgt sich nicht mit dem Theme oder der PHP-Version, und die Kasse liefert plötzlich einen 500-Fehler.
- Automatische Updates. CMS, Plugins und Module aktualisieren sich oft selbst, ohne dass ein Entwickler beteiligt ist — niemand weiß also, dass sich an der Website etwas geändert hat. Ein Beispiel aus der Praxis: Auf einer WordPress-Website mit dem Mehrsprachigkeits-Plugin WPML kann ein Update die Einstellungen in der Datei
.htaccessüberschreiben, und Unterseiten liefern danach 500 (Internal Server Error). - Aufwendige Datenbankabfragen. Ein gefilterter Katalog oder die Suche über Tausende Produkte schafft unter Last keine rechtzeitige Antwort — Ergebnis: Timeout oder 503.
- Neue URL-Struktur. Nach einem CMS-Wechsel oder der Umbenennung von Bereichen liefern die alten URLs, auf die Anzeigen und Links zeigen, ohne Weiterleitung einen 404.
- Gelöschte Produkte. Ein Produkt wurde aus dem Sortiment genommen und gelöscht, aber Anzeigen und Suchergebnisse schicken weiterhin Besucher auf seine Seite.
- Sicherheitsregeln. Eine Firewall oder ein CDN blockiert Anfragen an bestimmte Bereiche, etwa den Warenkorb, weil sie verdächtig erscheinen.
- Template für „Nichts gefunden“. Eine leere Kategorie oder ein nicht existierendes Produkt zeigt eine Fehlermeldung mit dem Statuscode 200 — genau so entsteht ein Soft 404.
Woran Sie ein Problem mit Unterseiten erkennen
Die Anzeichen zeigen sich meist in Ihren Daten, nicht auf der Startseite:
| Was Sie sehen | Wahrscheinliche Ursache | Was zu tun ist |
|---|---|---|
| Besucher legen Produkte in den Warenkorb, aber Bestellungen bleiben aus | Ein Fehler auf der Kassenseite | Selbst eine Testbestellung aufgeben und das Fehlerprotokoll prüfen |
| Google Ads hat eine Anzeige wegen eines nicht funktionierenden Ziels abgelehnt | Die Landingpage liefert 404 oder 500 | Die Seite wiederherstellen oder die finale URL der Anzeige ändern |
| Die Zahl der 404-Seiten in der Search Console steigt | URLs wurden geändert oder Produkte gelöscht | 301-Weiterleitungen auf die passendsten Seiten einrichten |
| Die Search Console zeigt Seiten mit Serverfehler (5xx) | Seiten brechen unter Last zusammen | Hosting-Ressourcen und langsame Datenbankabfragen prüfen |
| Die Search Console meldet Soft 404 | Eine Seite mit Status 200 sieht aus wie ein Fehler oder ist leer | Für wirklich entfernte Seiten 404 zurückgeben, lebende Seiten mit Inhalt füllen |
So prüfen Sie Ihre Unterseiten selbst
Sie brauchen einen Browser und die Google Search Console:
- Erstellen Sie eine Liste Ihrer 5–10 wichtigsten Seiten: Kasse, Warenkorb, Hauptkategorien, Bestseller und Landingpages Ihrer Anzeigen.
- Öffnen Sie jede Seite in einem Inkognito-Fenster und prüfen Sie den Statuscode: Entwicklertools (
F12) → Tab „Netzwerk“ → Seite neu laden → Spalte „Status“. - Suchen Sie auf jeder Seite mit
Strg+Fnach Text, der dort stehen muss: Produktname, Preis, Button „In den Warenkorb“. Ist der Statuscode200, fehlt aber dieser Text, haben Sie es mit einem Soft 404 oder einem defekten Template zu tun. - Gehen Sie den kompletten Kaufprozess durch: Legen Sie ein Produkt in den Warenkorb und gehen Sie bis zum Zahlungsschritt. So finden Sie Fehler, die nur mit gefülltem Warenkorb auftreten.
- Öffnen Sie in der Search Console den Bericht „Seitenindexierung“ und sehen Sie sich die Gründe „Nicht gefunden (404)“, „Serverfehler (5xx)“ und „Soft 404“ an.
- Für eine einzelne URL klicken Sie im URL-Prüftool der Search Console auf „Live-URL testen“: Der Live-Test zeigt, ob Google auf die Seite zugreifen kann (Search Console-Hilfe).
- Oder nutzen Sie den FullCheckApp-Check „Erreichbarkeit von Unterseiten prüfen“ und erhalten Sie die Ergebnisse übersichtlich grafisch aufbereitet.
Die Berichte der Search Console werden mit Verzögerung aktualisiert. Von einem Ausfall erfahren Sie dort also erst, wenn Google ihn bereits bemerkt hat.
Wenn Sie sich für die letzte Option entschieden haben, haben Sie bereits die richtige Entscheidung getroffen: Der Check läuft automatisch, und Sie erfahren als Erste von Warnungen und kritischen Ereignissen.
Was FullCheckApp prüft
Zusätzlich zur Startseite prüft FullCheckApp einmal täglich bis zu 10 Unterseiten jeder Website — die Seiten, die Sie selbst zur Überwachung hinzugefügt haben. Der Dienst ruft sie von außen auf, genau wie ein Besucher. Auf Ihrer Website müssen Sie nichts installieren.
- Zusammenfassung — wie viele der hinzugefügten Seiten erreichbar sind, zum Beispiel „4/4“.
- Welche Seite genau ausgefallen ist — der Bericht zeigt ihre URL, Sie müssen das Problem also nicht suchen.
- Markierungen — Grün, Gelb oder Rot; wie streng bewertet wird, legen Sie für jede Website separat fest.
Nach jeder Prüfung erhalten Sie einen Bericht per E-Mail, kritische Ereignisse zusätzlich per Telegram.
Nicht geladen: shop.example.com/checkout/
Erscheint auf einer Seite statt des Inhalts „Keine Produkte gefunden“, ändert sich der Seitentext. Einen solchen Austausch erkennt der Check „Änderungen am Seitentext überwachen“: Er vergleicht den Text der Seite mit einem Referenzstand und zeigt, was vorher dort stand und was jetzt. Die Erreichbarkeit der Startseite behandelt der Artikel „Website-Erreichbarkeit prüfen“. Wenn Sie Google Ads nutzen, erfasst der Check „Fehler in Google Ads prüfen“ defekte Landingpages zusätzlich.
Häufige Fragen
Warum funktioniert die Startseite, während der Warenkorb einen Fehler zeigt?
Die Startseite ist meist einfach aufgebaut und gecacht. Warenkorb und Kasse werden dagegen für jeden Besucher einzeln erzeugt: Sie greifen auf die Datenbank, die Sitzung sowie Zahlungs- und Versandmodule zu. Schon das Update eines einzigen Moduls oder Plugins kann genau diese Seiten lahmlegen, während die Startseite weiter wie gewohnt lädt.
Was ist ein Soft 404?
Ein Soft 404 ist eine Seite, die dem Besucher die Meldung „Nicht gefunden“ oder einen leeren Inhalt zeigt, während der Server mit dem Statuscode 200 antwortet — also Erfolg meldet. Google kennzeichnet solche Seiten in der Search Console und empfiehlt, für tatsächlich entfernte Seiten den Code 404 zurückzugeben.
Wie viele Unterseiten sollte ich überwachen?
Eine Seite pro wichtigem Seitentyp reicht: Kasse, Warenkorb, eine Hauptkategorie, eine beliebte Produktseite, eine Landingpage Ihrer Anzeigen und Ihr Anfrageformular. Seiten desselben Typs nutzen dasselbe Template — geht es kaputt, sehen Sie das Problem schon an einer davon. Beginnen Sie mit den Seiten, die Ihnen Geld bringen.
Was passiert mit meinen Anzeigen, wenn die Landingpage ausfällt?
Google Ads prüft Landingpages mit dem Crawler AdsBot. Liefert die Seite einen 403-, 404- oder 500-Fehler, wird die Anzeige nach der Richtlinie zu nicht funktionierenden Zielen abgelehnt. Solange sie abgelehnt ist, wird sie nicht ausgeliefert, und Kunden, die über Ihre Anzeigen gekommen wären, landen bei der Konkurrenz. Deshalb sollten Sie so früh wie möglich von einem Ausfall erfahren.
Wie schnell bemerkt Google, dass eine Seite ausgefallen ist?
Das hängt davon ab, wie oft Google die Seite crawlt: Beliebte Seiten werden häufiger gecrawlt, weniger wichtige seltener. Seiten mit 4xx-Fehlern indexiert Google nicht, und indexierte Seiten, die dauerhaft einen Serverfehler liefern, fallen schließlich aus dem Index. Deshalb ist es besser, von einem Ausfall vor Google zu erfahren.
Quellen
- Google Search Central — Auswirkungen von HTTP-Statuscodes auf die Crawler von Googledevelopers.google.com/search/docs/crawling-indexing/http-network-errors?hl=de
- Search Console-Hilfe — Bericht zur Seitenindexierungsupport.google.com/webmasters/answer/7440203?hl=de
- Search Console-Hilfe — URL-Prüftoolsupport.google.com/webmasters/answer/9012289?hl=de
- Google Ads Help — Destination not workingsupport.google.com/adspolicy/answer/16428019?hl=en
- MDN Web Docs — HTTP response status codesdeveloper.mozilla.org/en-US/docs/Web/HTTP/Reference/Status
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